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Die Birs - gestern und heute

3.1 Die Birs vor 1800

Die Birs ist ein gutes Beispiel, um dokumentieren zu können, wie sich Flussläufe im Laufe der letzten beiden Jahrhunderte durch den Einfluss des Menschen gewandelt haben. Diesen geschichtlichen Abriss haben wir aus verschiedenen Quellen knapp zusammengefasst:
Die Birs fliesst in ihrem natürlichen Flussbett. Sie mäandriert und gräbt sich während den Hochwassern immer wieder neue Wege. Dank dem grossen Überschwemmungsbereich und den vielen, zum Teil "toten" Flussarmen dominieren im Bereich der Birs verschiedene Typen von Auengesellschaften*. Zwischen den Flussarmen bilden sich immer wieder neue Kiesinseln. An bestimmten Stellen bilden sich Sümpfe.

*Auen sind Talzonen von Flüssen und Bächen, die periodisch überflutet werden, und wo das Grundwasser zeitweise die Wurzeln erreichen kann. Natürliche Auen verändern ihren Charakter laufend und bilden dank diesen Veränderungen die artenreichsten Lebensräume Europas.

3.2 Gewässerkorrektion bis 1936

Gründe für die Gewässerkorrektion

Die Versuche, im unteren Birstal mehr Weideland zu schaffen, werden durch die Hochwasser immer wieder zunichte gemacht. Es ist auch kaum möglich, sichere und dauernde Übergänge über die Birs für den stets wachsenden Verkehr zu bauen.

Stationen der Korrektion

um 1150 Das Kloster St. Alban baut einen Birsarm zum Kanal aus (St.Albanteich) und leitet diesen in die Stadt.
1624 Das grosse Stauwehr zur Ableitung des St.Albanteichs wird gebaut. Das landschaftlich stark veränderte Gebiet wird "Neue Welt" genannt.
1807 erste Korrektionsprojekte (oberhalb der Münchensteinerbrücke) werden formuliert.
1815 Arlesheim schützt das rechte Birsufer mit Weiden- und Eschenfaschinen und mit Buhnen.
1817 Die Birs fliesst oberhalb der Münchensteinerbrücke über 100 m in einem Kanal.
1814-1823 Kanalisierung der Birs vom "Neue Welt"-Wehr bis zur Mündung in den Rhein.
1830 Abschluss der Birsbegradigung von Münchenstein bis Basel; der Lauf wurde um einen Faktor 4 verkürzt.
1834 Von der Grenze Arlesheim-Münchenstein bis zur Münchensteiner Brücke ist die Birs kanalisiert.
1847-1870 Endgültige Korrektion von Dornachbrugg bis Münchensteiner brücke (Reduktion der Länge von 8.9 km (1921) auf 3.6 km (1980).
1875 Wuhrbau bei Dornachbrugg, Bau eines Gewerbekanals für die Industrie am rechten Ufer.
1880-1882 Verbesserung der Uferverbauungen
1892 Brückenbau bei St.Jakob.
ab 1900 Regelmässige Verbesserungen nach jedem Hochwasser.
1936 Umgestaltung des Birskopfes.
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3.3 Folgen der Korrektion

Die Vegetation entlang der Birs veränderte sich dramatisch: Weil die Strömung im ungebändigten Wasser viel stärker war, konnten sich keine Pflanzenarten halten, die an niedrige Strömung angepasst sind. Da zudem die abgeschnürten Totarme der Birs zugeschüttet wurden, wurde die Fläche an Wasserbiotopen mit ihrer typischen Begleitung (auch die verschiedenen Stufen verlandender Gewässer) reduziert.

Mit der Korrektion verschwanden auch die zahlreichen Kiesinseln und Sandbänke, auf denen Pioniervegetation dominierte.

Die ausgedehnten Auengesellschaften verwandelten sich zuerst in eine Vegetation mit Heidecharakter (vergl. „Reinacher Heide“), die dann später verschiedenen Waldgesellschaften oder anderen Nutzungen weichen musste.

Die Uferböschung entlang dem zunehmend kanalisierten Flusslauf wurde in ihrem Charakter und in ihrer Artenzusamensetzung immer monotoner.

Im Bereich der Brüglingerhofes konnte das neugewonnene Land als Wies- und Weideland oder unter grossem Aufwand (1836 wurden vom Bruderholz riesige Mengen Lösserde auf das Neuland gebracht) ackerbaulich genutzt werden.

Die immer perfekteren Verbauungen machten es möglich, dass das frühere Überschwemmungsland beidseits des Flusses durch Industrie, Verkehr, Landwirtschaft und in neuerer Zeit für die Infrastruktur der vielfältigen Freizeitaktivitäten beansprucht werden konnten.

Negative Auswirkung hatte die Korrektion auch auf den Grundwasserspiegel, der im Zuge der Korrektion und der folgenden Entwässerung der Birsauen immer weiter sank.

3.4. Laufende und geplante Projekte

3.4.1. Birskopf

Im Zusammenhang mit der Renaturierung der Birs nimmt der Birskopf eine wichtige Rolle ein. Es gibt verschiedene Pläne für die Schaffung einer naturnahen Birsmündung: So wurde beispielsweise vom BUWAL (Bundesamt für Land und Landschaft) projektiert, den eigentlichen Mündungsbereich der Birs unterhalb des Fussgängerstegs um rund einen Drittel zu verbreitern und die heutige Birsfelder Ufer-Ecke abzurunden , eine natürlich anmutende, verzweigte Birsmündung sollte entstehen. Bepflanzte Flachuferschüttungen, die von Uferbesuchern sowie Badenden leicht betreten werden könnten, würden dabei eine sowohl ästhetisch wie auch ökologisch attraktive Ufergestaltung ergeben. Überaschendstes Element der Renaturierung wäre aber die Schaffung eigentlicher Schotterinseln, so wie sie bis zur Korrektion der Birs das Mündungsgebiet bestimmten. Durch ein derart gestaltetes Mündungs-Delta würde auch ein äusserst wertvolles Laich-, Brut-, und Jungfischbiotop geschaffen werden.

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3.4.2. Schwellen in der Breite

Zwischen Birskopf und dem Haefely-Wehr wird die Strömung durch regelmässig eingebaute Schwellen gebrochen (ca. alle 30 m ). Diese Schwellen verhindern eine natürliche Strömungsstruktur und sind für Badende gefährlich. Einige dieser Schwellen wurden 1999 durch Blockrampen ersetzt, die bei einer Neigung von 10% auch den Fischen einen leichten Birsaufstieg ermöglichen.

3.4.3. ARA Birsfelden

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Eine in den Jahren 1995 und 1996 durchgeführte Untersuchung hat gezeigt, dass die Wasserqualität der Birs durch die Abwassereinleitung aus den Kläranlagen ARA Birs 1 (Reinach) und ARA Birs 2 (Birsfelden) deutlich verschlechtert wird.

  • Darunter leiden Fauna und Flora.
  • Das Wasser ist nicht zum Baden geeignet.

Man entschloss sich daher für das folgende Gesamtkonzept der Abwassersanierung an der Birs:

  • Bau eines Ableitungskanals (Planung: 98/99/00; Bau: 01/02) von der ARA Birs 2 zum Rhein (damit soll die meist wasserarme untere Birs von der Belastung des ARA-Einflusses befreit werden).
  • Im Zusammenhang mit dem rechtsufrigen Leitungsbau soll das Ufer gleichzeitig revitalisiert werden.
  • Ausbau der ARA Birs 2 nach Massgabe von Vorgaben von Bund und Aufsichtsbehörde und in Übereinstimmung mit Massnahmen an der ARA Birs 1 (hier steht Aufhebung im Vordergrund).

3.4.4. Haefely-Wehr

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In Birsfelden unter den Autobahn- und Eisenbahnbrücken befindet sich das sogenannte Haefely-Wehr. Es ist praktisch unüberwindbar für wandernde Fische und ist zudem eine Gefahrenquelle. Man will das Haefely-Wehr zu einem nicht bekannten Zeitpunkt durch eine Blockrampe ersetzen (genauere Angaben konnten nicht erhalten werden).

3.4.5. Neuewelt-Wehr

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Das Neuewelt-Wehr befindet sich in Münchenstein. Dieses grosse Bauwerk (Ableitung des St.Alban-Teichs, Wasserkraftnutzung) wurde 1998 total saniert. Im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Kraftwerks wurde eine aufwändige Fischtreppe gebaut, die sogar das Aufsteigen der erwarteten Lachse ermöglichen soll.

3.4.6. Revitalisierte Strecke bei Münchenstein

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Diese Strecke zwischen den Strassen-, Tram- und Eisenbahnbrücken und der alten Holzbrücke bei Münchenstein war bis vor 3 Jahren kanalisiert (Uferbefestigung mit Blockwurf). Durch ein gross angelegtes Revitalisierungsprojekt (finanziert durch Bund, Kanton, Gemeinden und privaten Institutionen) konnte diese Strecke in einen naturnahen Zustand gebracht werden. Die Ufer wurden mit verschiedenen modernen Methoden befestigt. Die Strömungsstruktur ist äusserst vielfältig und bietet somit auch Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Daneben konnte mit der Neugestaltung auch der Erholungswert gesteigert werden (vergl. Kapitel 3.5.).

3.4.7. Schwelle bei der Heidebrücke (Reinach)

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Neben der Reinacher Heide befand sich unter dem "Heidebrüggli" eine künstliche Schwelle. Diese Stufe verhinderte einigen Fischarten den Aufstieg, und an dieser Stelle kam es zu tödlichen Ertrinkungsunfällen.

In diesem Jahr wurde die Schwelle mit grossem Maschineneinsatz abgetragen. Das Gefälle wurde auf eine Strecke von über 100 Metern verteilt (Blockwurf), und die Ufer wurden mit naturnahen Methoden befestigt.

3.4.8. Ufer entlang der Reinacherheide

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1992 wurde das stabilisierte Bachufer unterhalb des Dornacherbrugger-Wehrs auf einer kurzen Teilstrecke mit einer einfachen Massnahme wieder etwas natürlicher gestaltet: Bagger beförderten die Steinblöcke des Ufer-Blockwurfs ins Bachbett, wo sie auch heute noch bei Niedrigwasser gut sichtbar sind. Diese Massnahmen wirkten sich positiv auf die Artenvielfalt aus.

3.4.9. Wehr bei Dornachbrugg

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Das grosse Wehr bei Dornach wurde 1998 umgebaut, weil eine neue Kraftwerkanlage eingebaut wurde. Im Zuge dieser grossen Investition wurde eine aufwändige Fischtreppe gebaut, die teilweise den existierenden Industriekanal miteinbezieht.

3.5 Umfrage

3.5.1. Methode

Durch die Umfrage wollten wir die Frage, wie die Revitalisierungen der Birsabschnitte bei Münchenstein und der Reinacher Heide von der Bevölkerung aufgenommen und beurteilt werden, beantworten.Vor Ort befragten wit 3 Tage lang fast 50 Passanten und Passantinnen anhand des nachfolgenden Fragebogens.
Neben dem Gesamtergebnis interessierte uns auch die Meinung in verschiedenen Gruppierungen. Deshalb testeten wir, welche Einflüsse Alter, Geschlecht und Wohnort auf das Urteil ausüben.

3.5.2 Resultate

Kennen sie das "Birsrevitalisierungsprojekt"?

  Alter  Geschlecht  Gesamt 
  <20  21-35  36-50  <50  männlich  weiblich   
Ja  27%  60% 75%  90% 54% 61%  57% 
Nein  73%  40% 25% 10%  46% 39% 43% 

Kennen sie die Projekte "Lachs2000" und "Biber im Baselbiet"?

  Alter  Geschlecht  Gesamt 
  <20  21-35  36-50  <50  männlich  weiblich   
Lachs  5%  20% 25%  20% 25% 5%  15% 
Biber 24%  10% 25% 0%  14% 15% 15% 
Beide  5%  0% 25% 50%  16% 19% 19% 
Keines 66%  70% 25% 30%  45% 61% 51% 

Finden sie es eine gute Sache?

  Alter  Geschlecht  Gesamt 
  <20  21-35  36-50  <50  männlich  weiblich   
Ja  77%  90% 75%  80% 85% 66%  80% 
Nein  23%  10% 25% 20%  15% 34% 20% 

Sollten Steuergelder dafür verwendet werden?

  Alter  Geschlecht  Gesamt 
  <20  21-35  36-50  <50  männlich  weiblich   
Ja  66%  80% 100%  70% 66% 81%  77% 
Nein  34%  20% 0% 30%  34% 19% 23% 

Wären sie bereit finanziell etwas beizusteuern?

  Alter  Geschlecht  Gesamt 
  <20  21-35  36-50  <50  männlich  weiblich   
Ja  14%  50% 50%  50% 29% 42%  36% 
Nein  86%  50% 50% 50%  71% 58% 64% 

Wären sie bereit arbeitskräftig am Projekt mitzuhelfen?

  Alter  Geschlecht  Gesamt 
  <20  21-35  36-50  <50  männlich  weiblich   
Ja  61%  60% 38%  30% 50% 47%  48% 
Nein  39%  40% 62% 70%  50% 53% 52% 

3.5.3 Interview

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Zur Ergänzung unserer Nachforschungen haben wir Herrn Küry von der Life Science AG um ein Interview gebeten. Herr Küry führte in einem Team bestehend aus 6 Personen, Biologen und Soziologen, eine Befragung zur Akzeptanz der Renaturalisierung durch. Während 7 Tagen befrageten sie  700 Personen, die an der Birs und deren Umgebung angetroffen wurden. So wurden die Fragebögen hauptsächlich von Hundebesitzern, Joggern und  Spaziergängern ausgefüllt. Laut der Untersuchung von Herr Küry befürworteten 76% der Befragten die Renaturierung. Diese Zahl stimmt mit unseren Umfragen überein. Weiter betrachteten 57% diese Änderungen an der Birs als dringen nötig. Die Frage aber, ob die Renaturierung abgeschlossen sei, verneinte Herr  Küry deutlich. Die neu gestalteten Teilstücke zwischen Münchenstein und Reinacher  Heide würden nicht genügen, um die Birs urzustandsgemäss wiederherzustellen. Dafür sei mehr Land beidseitig der Birs nötig, um eine kontrollierte Überflutung zu ermöglichen. Interessanterweise wurde dieses Projekt oft  nur als sinnvoll betrachtet, falls ein Hundeverbot wie an der Reinacherheide ausbleiben würde.

Vorhaben der Natur zu helfen, kosten oft viel Geld. Die Bauarbeiten bei Münchenstein wurden zum Teil durch die Universität Basel und deren Projekt Mensch-Gesellschaft-Umwelt (MGU) finanziert. Ausgeführt wurden die  Arbeiten durch das Tiefbauamt Baselland. Auf die Frage hin, ob ein erhöhter Bekanntheitsgrad solcher Projekte die Finanzierung und Realisierung  nicht vereinfachen würde, erklärte uns Herr Küry, das dies wohl der Fall sei,  und dass auch versucht werde, die Renaturierung näher ans Volk zu bringen.  Doch da die Verantwortung von Gewässern dieser Grösse beim Kanton liegt, ist  es schwierig für Gemeinden, Anwohner duch Projekttage oder ähnliche Aktionen zum Mithelfen zu animieren. Die Bereitschaft dazu wäre nach unseren Umfragen ganz klar vorhanden.

3.5.4 Diskussion

Trotz unseren vergleichbar wenigen Umfragen haben wir sehr ähnliche Resultate wie die offizielle Befragung der Uni Basel erhalten. Die Renaturierung wird immer noch von der grossen Mehrheit der Bevölkerung positiv aufgefassst. Einzig am Bekanntheitsgrad dieser Projekte muss gearbeitet werden, da Projekte wie die Birsrenaturierung aber auch internationale Projekte wie Lachs 2000 unter der Bevölkerung immer noch weitgehend unbekannt sind. Spendenaktionen wären eine gute Möglichkeit dazu, da neben der Präsenz dieser Projekte in der Öffentlichkeit auch die finanzielle Lage dierser Aktionen gesichert sein würde. Ein Drittel der Birsbenutzer war nach unseren Umfragen bereit, neben Steuergeldern noch zusätzliche finanzielle Unterstützungen zu leisten.

Ergänzend zu den Diagrammen die wir zu unseren Resultaten gefertigt haben, werteten wir die Antworten zu den Textfragen aus. Diese ergaben, dass das Pflanzen- und Tierreichtum an wichtigster Stelle, der visuelle Aspekt der Birsumgebung aber schon an zweiter Stelle steht. Viele haben keine Nachteile in der Revitalisierung gesehen, doch bei den genannten, dominierten die Kosten und die Bauarbeiten.

Interessanterweise sollten nach Meinung der Befragten parallel zu den Fachleuten des Tiefbauamtes Arbeitslose für Handarbeiten eingesetzt werden. Aber auch Zivilschutz und Umweltorganisationen wurden erwähnt.

Wie anhand dieser Umfragen ersichtlich wirde, gibt es an der Birs noch Vieles zu tun. Sowohl arbeitskräftig als auch finanziell müssen Renaturierungsprojekte unterstützt und verbessert werden. Dies liegt nicht nur im Sinne der Natur, sondern auch im Sinne einer gesunden Wohnumgebung und damit des Menschen.

3.6 Untersuchungen an der Birs

3.6.1. Ökologische Bewertung des Birslaufes

Die angewendete Methode lässt einigen Interpretationsspielraum frei, da die untersuchten Bioindikatoren nur einen Teil der Wasserqualitätsmerkmale aufzeigen. Des weiteren ist das Vorkommen der Wirbellosen nicht ausschliesslich von der Wasserqualität, sondern auch von diversen anderen Faktoren abhängig. Mit ziemlicher Sicherheit lässt sich allerdings sagen, das die Wasserqualität am Birskopf bedeutend besser ist als im oberen Flusslauf. Dies lässt sich wohl darauf zurückführen, dass am Birskopf vorwiegend Rheinwasser vorhanden ist. Dieses ist in Basel noch ziemlich sauber, im Gegensatz zum Birswasser, dessen Qualität durch zahlreiche Kläranlageeinflüsse und Kanalisationswasser bedeutend verschlechtert wird.

3.6.2. Bestimmung der Wasserqualität mit Bioindikation

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Methode

Die Wasserqualität wurde mit Hilfe der vereinfachten "Lassleben-Methode" bewertet. Diese Methode eignet sich für fliessende Gewässer mit steinigem Untergrund und beruht auf der Bestimmung der Artenzahl und -vielfalt und dem Vorkommen von acht Charakterformen wirbelloser Tiere.

Untersuchungsstellen
In jedem Flussabschnitt, der aufgrund der äusseren Bedingungen beurteilt und kartiert wurde (siehe Karte) wurden eine Probeentnahmestellen gewählt.

Probeentnahme
An jeder der 17 Entnahmenstellen wurden  je 10 faustgrosse Steine nach Wirbellosen abgesucht. Die Tiere wurden vorsichtig mit einem Pinsel abgestreift, in eine Petrischale gebracht und soweit wie möglich bestimmt.

Auswertung
Nach Bestimmung von Artenzahl und der anspruchvollsten Art wurden die Werte und so die Wasserqualtät ermittelt.

Resultate
Die folgenden Resultate wurden ermittelt und kartiert.

Messstelle 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17
anspruchvollste Art * A A A B C A A F C - C C C C C D A
deren Anzahl >2 2 2 2 2 >2 2 2 >2 - 2 >2 2 >2 >2 2 2
Anzahl Arten 7 6 5 6 3 6 4 2 4 0 6 6 2 5 6 3 5
Wasserqualität** 5 5 5 4 3 5 5 2 4 1 3 4 3 4 4 3 5

A: Steinfliegenlarve (anspruchsvollste Art)
B: Köcherfliegenlarve
C: Eintagsfliegenlarve
D: Flohkrebs
E: Wasserassel
F: Rollegel
G: Zuckermückenlarve
H: Rattenschwanzlarve (anspruchsloseste Art)

  **) Benotung von 1 bis 7, wobei 1 für die schlechteste Wasserqualität und 7 für die beste Waserqualität steht.

Legende zur Karte
  sehr gut 
   
   
  mittelmäassig 
   
   
  sehr schlecht 
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